Peter Ulrich fordert eine Wirtschaftsethik ohne Reflexionsstopp vor mächtigen Interessen: Der Präsident der Schweizerischen Nationalbank, Philipp Hildebrand, wird von jenen kritisiert, die ihr Geschäft durch sein mutiges Handeln geschmälert sehen. Ist denn Politik bloss die Fortsetzung des Geschäfts mit andern Mitteln? Oder geht es unter freien Bürgerinnen und Bürgern um den "öffentlichen Gebrauch der Vernunft" und um die Zivilisierung der Marktwirtschaft?
- Wer hat Recht: Philipp Hildebrand oder seine Kritiker?
- Soll und kann die Politik die Wirtschaft "zivilisieren", d.h. zur ordnungspolitischen Mitverantwortung für das volkswirtschaftliche Gesamtwohl verpflichten?
Es gibt Aufgaben, die lassen sich fast nicht wahrhaftig und sachgerecht erfüllen, ohne dass genau dies heftigste Kritik vonseiten „betroffener“ Partikulärinteressen auslöst. Nur Personen mit Charakter sind fähig, diesen Druck um der Sache willen auszuhalten und mit starken Argumenten für die richtige Ordnung der Dinge einzustehen – so etwa für die ausgewogene Berücksichtigung konfligierender, aber je legitimer Interessen oder für den Vorrang der Grundsätze des guten und gerechten Zusammenlebens unter freien Bürgerinnen und Bürgern vor noch so mächtigen Ideologien und Interessen.
