Tag: Eigentum
Abstract und Fragen der Redaktion: Eine faire und markwirtschaftlich konsequente Lösung der gegenwärtigen Schuldenkrise erfordert eine angemessene Beteiligung der Gläubiger. Doch die zeigen sich wenig einsichtig und die Politik erweist sich gegenüber den Finanzmarktakteuren als ohnmächtig. Die Schuldenkrise nötigt dazu, die Kapitalfrage neu zu stellen und Peter Ulrichs Antwort auf diese Frage ist eindeutig: Es geht darum, den Primat der Politik wiederherzustellen und private Kapitalinteressen wirksam zu regulieren (vgl. den Text zum gleichen Thema im Fenster "Das Verhältnis von Staat und Wirtschaft" in diesem Forum).
→ Müssen die Grossbanken an der Lösung der Schuldenkrise beteiligt werden?
→ Wie, wenn überhaupt, lässt sich der Finanzkapitalismus in gemeinwohlverträgliche Schranken verweisen und zugleich die freiheitsförderliche Rolle des privaten Eigentums stärken?
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Selten ist die Ohnmacht der Politik gegenüber den globalen Finanzmärkten so deutlich geworden wie in der aktuellen Debatte über die Schuldenkrise von Griechenland und die Gefahr der „Ansteckung“ weiterer Euro-Staaten wie Italien oder Portugal. Die Politik agiert nicht souverän, sondern reagiert nur als Getriebene. Die Treiber sind „private“ Finanzmarktakteure, die offenkundig zunehmend die reale Macht und das ungenierte „Sagen“ haben.
