Abstract und Fragen der Redaktion: Das Schuldenproblem Griechenlands ist z.T. von europäischen Banken mit verschuldet. Auch die Lösung des Problems wird durch sie behindert. Wenn sie die eigenen Banken nicht in Gefahr bringen wollen, sind die europäischen Regierungen zum Durchwursteln verurteilt.
• Vergangenheit: Welche Verantwortung für die gegenwärtige Eurokrise tragen die Politiker, welche die Finanzmarktakteure?
• Zukunft: Zu welcher Handlungsweise sind die Politiker bzw. Finanzakteure verpflichtet, um die Krise zu bewältigen?
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Seit Monaten sprechen alle von der Finanzkrise in Griechenland. Und alle suchten und suchen die Ursache und Lösung für das Verschuldungsproblem allein bei den Griechen. Das ist eine gewaltige Irreführung durch die Finanzpresse. Denn im Grunde ist das Schuldenproblem Griechenlands auch ein Problem der europäischen Gläubigerbanken.
Der raschen und rationalen Bewältigung der griechischen Verschuldungskrise stand und steht die Rücksichtnahme auf die französischen und deutschen Geschäftsbanken und die Europäische Zentralbank im Wege. Laut der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich BIZ haben französische Banken weit über 40 Milliarden und deutsche Banken 30 Milliarden Euro an Griechenland ausgelehnt respektive griechische Schuldpapiere gekauft. Insgesamt über 100 Milliarden Euro haben die europäischen Geschäftsbanken gegenüber den Griechen noch ausstehend (wobei ein unbekannter Teil davon bereits bankenintern buchmässig abgeschrieben worden ist). Und die staatliche Europäische Zentralbank ist Gläubigerin von weiteren 130 Milliarden Euro, weil sie zur Entlastung der Geschäftsbanken bereits griechische Schuldpapiere aus dem Markt oder von den Geschäftsbanken hatte übernehmen müssen.
