Themenbereich: Wirtschaftsethik
Peter Ulrich

Ein Dreisäulenkonzept der Einkommensverteilung

Abstract und Fragen der Redaktion: Kapitalistische Gesellschaften scheinen zum Wachstum verdammt zu sein. Denn nur, wenn die Wirtschaft wächst, gibt es, so erklärt man uns, genügend Arbeitsplätze für alle und damit auch genügend Einkommen. Peter Ulrich hält diese Vorstellung aus verschiedenen Gründen für anachronistisch. Er schlägt vor, das Einkommen zumindest teilweise von der Erwerbsarbeit zu entkoppeln, indem es durch ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle sowie durch Erträge aus (fairer verteiltem) Kapital ergänzt wird. 

• Müssen wir uns von der Idee der Wachstumsgesellschaft verabschieden?

• Ist die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens für alle finanzierbar, sinnvoll und politisch durchsetzbar?

• Inwieweit sind Kapitaleinkommen (nicht) auf wirtschaftliches Wachstum angewiesen?

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In meinem letzten Forumsbeitrag ging es um das immer offensichtlichere Versagen des wirtschaftspolitischen Generalrezepts „Wohlstand für alle durch Wachstum“. Wie kommt es, dass gleichwohl weitherum an der zentralen Rolle des Wirtschaftswachstums ideologisch und realpolitisch festgehalten wird? 

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Peter Ulrich

Die "wachsende" volkswirtschaftliche Verteilungskrise

Abstract und Fragen der Redaktion: Die gegenwärtige Krise ist nicht nur in ihren Auswirkungen, sondern auch ursächlich zu wesentlichen Teilen Ausdruck einer Verteilungskrise. Vom Produktivitätsfortschritt hat in den vergangenen Jahrzehnten nur ein sehr kleiner Teil der Bevölkerung profitiert, während immer mehr Menschen unter prekären Arbeits- und Einkommenssituationen leiden. Auch in der Schweiz hat die soziale Ungleichheit zugenommen. Die sinkende Kaufkraft schlägt auf die Konsumneigung und das Wachstum durch, die Sozialausgaben steigen und aus braven Bürgerinnen und Bürgern werden Empörte.

→ Wie hängen soziale Ungleichheit und Wirtschaftskrisen zusammen?

→ Was stimmt nicht mehr am Verhältnis von Bürgergesellschaft und Marktwirtschaft und wie lässt es sich trotz des globalen Standortwettbewerbs wieder in Ordnung bringen?

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„Wir sind die 99%!“ skandiert nicht von ungefähr die Occupy-Bewegung. Gemeint ist jene überwiegende Mehrheit der Bevölkerung, die seit drei Jahrzehnten kaum mehr am Produktivitätsfortschritt und am Wachstum des Sozialprodukts partizipiert, sondern sich andauernd die Sachzwangrhetorik vom enger zu schnallenden Gürtel anhören muss. 
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Peter Ulrich

Die kapitale Frage hinter der Schuldenkrise

Abstract und Fragen der Redaktion: Eine faire und markwirtschaftlich konsequente Lösung der gegenwärtigen Schuldenkrise erfordert eine angemessene Beteiligung der Gläubiger. Doch die zeigen sich wenig einsichtig und die Politik erweist sich gegenüber den Finanzmarktakteuren als ohnmächtig. Die Schuldenkrise nötigt dazu, die Kapitalfrage neu zu stellen und Peter Ulrichs Antwort auf diese Frage ist eindeutig: Es geht darum, den Primat der Politik wiederherzustellen und private Kapitalinteressen wirksam zu regulieren (vgl. den Text zum gleichen Thema im Fenster "Das Verhältnis von Staat und Wirtschaft" in diesem Forum).

Müssen die Grossbanken an der Lösung der Schuldenkrise beteiligt werden?

Wie, wenn überhaupt, lässt sich der Finanzkapitalismus in gemeinwohlverträgliche Schranken verweisen und zugleich die freiheitsförderliche Rolle des privaten Eigentums stärken?
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Selten ist die Ohnmacht der Politik gegenüber den globalen Finanzmärkten so deutlich geworden wie in der aktuellen Debatte über die Schuldenkrise von Griechenland und die Gefahr der „Ansteckung“ weiterer Euro-Staaten wie Italien oder Portugal. Die Politik agiert nicht souverän, sondern reagiert nur als Getriebene. Die Treiber sind „private“ Finanzmarktakteure, die offenkundig zunehmend die reale Macht und das ungenierte „Sagen“ haben.
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Peter Ulrich

Wirtschaftsethik ohne Reflexionsstopp - Vom öffentlichen Vernunftgebrauch im Feld der Wirtschaft

Peter Ulrich fordert eine Wirtschaftsethik ohne Reflexionsstopp vor mächtigen Interessen:  Der Präsident der Schweizerischen Nationalbank, Philipp Hildebrand, wird von jenen kritisiert, die ihr Geschäft durch sein mutiges Handeln geschmälert sehen. Ist denn Politik bloss die Fortsetzung des Geschäfts mit andern Mitteln? Oder geht es unter freien Bürgerinnen und Bürgern um den "öffentlichen Gebrauch der Vernunft" und um die Zivilisierung der Marktwirtschaft? 

  • Wer hat Recht: Philipp Hildebrand oder seine Kritiker?
  • Soll und kann die Politik die Wirtschaft "zivilisieren", d.h. zur ordnungspolitischen Mitverantwortung für das volkswirtschaftliche Gesamtwohl verpflichten?

Es gibt Aufgaben, die lassen sich fast nicht wahrhaftig und sachgerecht erfüllen, ohne dass genau dies heftigste Kritik vonseiten „betroffener“ Partikulärinteressen auslöst. Nur Personen mit Charakter sind fähig, diesen Druck um der Sache willen auszuhalten und mit starken Argumenten für die richtige Ordnung der Dinge einzustehen – so etwa für die ausgewogene Berücksichtigung konfligierender, aber je legitimer Interessen oder für den Vorrang der Grundsätze des guten und gerechten Zusammenlebens unter freien Bürgerinnen und Bürgern vor noch so mächtigen Ideologien und Interessen.

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