NSW Web-Forum
Wir laden Sie ein, mit uns eine öffentliche Debatte über grundsätzliche und aktuelle Fragen der sozialen Verantwortung in der Wirtschaft zu führen. Kommentieren Sie die unten erscheinenden Artikel, wir werden Ihre Stellungnahmen soweit möglich veröffentlichen. Als Redaktion wirken Frau Ruth Bütikofer-Schwalbe, Zürich, Herr Stefan Grotefeld, Zürich und Herr Philippe Mastronardi, Horw, für den Vorstand des NSW. Wir wünschen Ihnen eine anregende Lektüre und sind gespannt auf Ihre Reaktionen!
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Anita Bäumli |
| "lic. phil.,Historikerin und Psychologin, Inhaberin der Firma AAA Kommunikation für Team- und Organisationsentwicklung, Mitbegründerin und Vizepräsidentin des VR DieSozialFirma AG, Präsidentin des Vere..." |
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Rudolf Strahm |
| "Volkswirtschafter/Chemiker; alt Nationalrat und ehemaliger Preisüberwacher, wichtigste Veröffentlichungen: Warum wir so reich sind (2008/2010); Arbeit und Sozialstaat sind zu retten, (1997); Warum sie..." |
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Peter Ulrich |
| "1984-1987 Professor für Betriebswirtschaftslehre, Universität Wuppertal, 1987-2009 Professor und Leiter des Instituts für Wirtschaftsethik, Universität St. Gallen, Begründer des Konzepts der "Integrat..." |
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Philippe Mastronardi |
| "bis 2011 Ordentlicher Professor an der Universität St. Gallen, bis 1994 Sekretär der Geschäftsprüfungskommissionen der eidgenössischen Räte, Publikationen im Bereich des Staatsrechts, der Demokratieth..." |
Die Besetzung öffentlicher Räume mit hohem Symbolgehalt – Wallstreet oder Paradeplatz – lässt uns hoffen, dass sich die Zivilgesellschaft einmischt ins zügellose Finanztreiben. Die Besetzerinnen und Besetzer stellen öffentlich die Frage nach unserer persönlichen Haltung und unserem Engagement – besetzen wir mit? Und wenn ja, was? Und wenn ja, wozu? Und sie haben neue Formen der Kommunikation ausprobiert, die die Menschen einander näher bringen.
Abstract der Redaktion: Die schweizerische Politik ist von den externen Kräften, die von der Weltwirtschaft auf die Schweiz einwirken, überfordert. Daher muss sie die fachliche Überlegenheit von Spitzenbeamten, die sie eigentlich kontrollieren sollte, akzeptieren. Zudem muss sie den Mythos der Souveränität korrigieren und sich dem Druck von Sachzwängen und globalen Ereignissen anpassen. Die Globalisierung erfordert die Übernahme globaler Spielregeln.
Fragen:
• Stimmt es, dass die Globalisierung die Politik zur Anerkennung eines Vorrangs der Technokraten zwingt?
• Wie müssten die globalen Spielregeln aussehen, damit der Primat der Politk wieder hergestellt werden könnte?
„Können Sie mir erklären, warum der Doktor Blocher seine Meinung zur Nationalbank komplett geändert hat? Der war doch gegen den Hildebrand, jetzt plötzlich unterstützt er ihn“, fragte mich ein älterer Herr, der sich als SVP-Wähler zu erkennen gab. Er meinte damit die 180-Grad-Kehrtwende des SVP-Chefs in der Beurteilung der Geldpolitik der Schweizerischen Nationalbank. Mit diesem Meinungswechsel hat er Mitte August 2011 seine Basis irritiert und verständnislos stehen gelassen.
Abstract der Redaktion: Der Finanzmarkt sanktioniert die Staaten für ihr Leben auf Pump. Der Marktfundamentalismus sieht darin kein Drama. Für ihn ist der Markt das Reich der Freiheit, der Staat das Reich des Zwangs. Dieses Denken will den Markt privatisieren. Dabei ist er unsere öffentliche Ordnung im Bereich des Wirtschaftens. Staat und Markt gehören gleichermassen zum öffentlichen Raum und unterstehen unserem ordre public. Der Markt darf nicht als Privatsache vor dem Staat geschützt werden.
Fragen:
• Wie erleben Sie die Mischung von Freiheit und Zwang in der Wirtschaft?
• Welche Gefahren entstehen für unsere Gesellschaft, wenn wir die Wirtschaft dem privaten Lebensbereich zuordnen?
Die europäischen Staaten streiten sich darum, wie sie den Anforderungen des Marktes an ihre Zahlungsfähigkeit gerecht werden können. In Griechenland und Italien hat die Politik abgedankt: Die Parteien haben das Regieren an Notstandsregierungen übertragen, welche aus Experten ohne politische Erfahrung und Bindung bestehen. Die Demokratie kapituliert vor der Expertokratie. Staatsführung ist dort nun Sache von Ökonomen, denen die Wahrung des öffentlichen Interesses eher zugetraut wird. Die Staatsverschuldung ist zur Geissel der Politik geworden. Nicht besser geht es den USA, wo sich die Parteien in der Frage zerfleischen, wie das gewaltige Budgetdefizit, das die Stabilität der nationalen und internationalen Wirtschaft gefährdet, reduziert werden könnte. Auch hier führt der Streit um das Geld zur politischen Handlungsunfähigkeit. Allenthalben diktiert die Finanzwirtschaft der Politik den Takt.
Abstract und Fragen der Redaktion: Die gegenwärtige Krise ist nicht nur in ihren Auswirkungen, sondern auch ursächlich zu wesentlichen Teilen Ausdruck einer Verteilungskrise. Vom Produktivitätsfortschritt hat in den vergangenen Jahrzehnten nur ein sehr kleiner Teil der Bevölkerung profitiert, während immer mehr Menschen unter prekären Arbeits- und Einkommenssituationen leiden. Auch in der Schweiz hat die soziale Ungleichheit zugenommen. Die sinkende Kaufkraft schlägt auf die Konsumneigung und das Wachstum durch, die Sozialausgaben steigen und aus braven Bürgerinnen und Bürgern werden Empörte.
→ Wie hängen soziale Ungleichheit und Wirtschaftskrisen zusammen?
→ Was stimmt nicht mehr am Verhältnis von Bürgergesellschaft und Marktwirtschaft und wie lässt es sich trotz des globalen Standortwettbewerbs wieder in Ordnung bringen?
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Die Fragmentierung der Arbeit in Jobs, Projekte, Teilzeitstellen, befristete Auf-gaben und Arbeit auf Abruf wirkt sich auf soziale Zusammenhänge aus und verun-möglicht vielen Menschen den Aufbau einer kontinuierlichen Berufsbiografie.
